Nachhaltigkeit

Für HIAG ist Nachhaltigkeit direkt an die langfristige Werterhaltung und Wertsteigerung des Immobilienportfolios gekoppelt. Deshalb bestimmen bei HIAG eigenverantwortliches, unternehmerisches Handeln die Unternehmensführung ebenso wie die Entwicklung und Bewirtschaftung ihrer Areale.

Im Zentrum der Arealentwicklung von HIAG steht die nachhaltige Wertschöpfung. Als langfristige Eigentümerin der Areale gestaltet HIAG Quartiere an Schnittstellen wichtiger Verkehrswege. Sie stellt sich als Aufgabe, die Identität und die Seele eines Standorts so zu verstehen und umzusetzen, dass sie als Kern des Quartiers erhalten bleiben und ein sorgfältiger Umgang mit dem Lebensraum künftiger Generationen gewährleistet ist. Damit leistet HIAG einen wirksamen Beitrag, dem Zersiedlungsdruck entgegenzuwirken. Die grosse Wirtschaftskraft, die politische Stabilität und die touristische Anziehungskraft der Schweiz bieten für HIAG die Möglichkeit, sich mit ihren Arealen in Initiativen und Projekten mit globaler Ausstrahlung zu engagieren. Davon profitieren Mitarbeiter, Kunden und Partner wie politische Gemeinden sowie insgesamt die Schweizer Gesellschaft über Generationen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Wasserkraft
Einige Standorte von HIAG befinden sich an Flussläufen und verfügen über Kraftwerke, die für die ehemaligen Industriebetriebe wichtige Energielieferanten waren. Aufgrund der Einbindung in die Arealstrukturen hat HIAG Betrieb und Unterhalt der Anlagen nach und nach selbst übernommen und die Kraftwerke in den letzten Jahren instand gesetzt und modernisiert. Sie werden heute an den Standorten im Zürcher Oberland, in Biberist sowie in Diesbach wieder zur Stromproduktion genutzt. 2019 erzeugten fünf Kleinwasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von rund 2 MW insgesamt rund 6’534’610 kWh Strom aus erneuerbaren Energien, was dem durchschnittlichen Jahresbedarf von ca. 1’600 Wohnungen entspricht.

Jahresproduktion Wasserkraft in kWh

Im Aathal (ZH) ist das Thema Wasserkraft auch für den Kanton Zürich und den Denkmalschutz von Bedeutung. Drei von zwölf Kraftwerken aus der sogenannten Wasserkraftwerkskette, die sich durch diese Region zieht, sollen auf Grundlage eines von HIAG entworfenen Konzepts mittelfristig Sanierungssubventionen des Kantons erhalten. So werden diese geschützten Energielieferanten nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erhalten und HIAG wird in der Lage sein, die drei Wasserkraftwerke im Aathal wirtschaftlich und langfristig zu betreiben.

Photovoltaik und Solar-Beleuchtung
Auf dem Dach des ehemaligen Rekrutierungszentrums auf dem Kunzareal in Windisch, wo heute das Wohnzentrum Spitzmatt für Menschen mit einer Beeinträchtigung der Stiftung FARO langfristig eingemietet ist, installierte HIAG eine der grössten Photovoltaikanlagen der Region Brugg-Windisch mit einer Stromproduktion von 194 MWh aus 794 Modulen mit einer Fläche von 1’300 m2. Die damit seit 2013 insgesamt eingesparten CO2-Emissionen beliefen sich per Ende 2019 auf ca. 712 Tonnen CO2. Weiter wird der Campus «The Hive» in Meyrin seit 2019 mit solargestützten LED-Lampen beleuchtet. Die Solarzelle sammelt im Laufe des Tages Sonnenenergie, die in einer Batterie gespeichert und nachts autonom über die LED-Lampen abgegeben wird. So lassen sich jährlich 1’118 kWh und 30.2 kg CO2-Emissionen einsparen. Zusätzlich hat die Photovoltaikanlage des Gebäudes «Hive 2» 2019 19’657 kWh elektrischen Strom produziert. Bei Neubauten prüft HIAG grundsätzlich, ob sich die Dachflächen für den Einsatz von Photovoltaik eignen und die produzierte Energie lokal verbraucht oder gespeichert werden kann.

Jahresproduktion Photovoltaik in MWh

Energetische Standards
Bei der Realisierung von Wohnprojekten achtet HIAG auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen und ist bestrebt, die Energiebilanz unter Einbezug der Bedürfnisse der künftigen Bewohner über den Gesamtnutzungszyklus zu optimieren. Je nach Ausgangslage hinsichtlich Nutzung, Ankermieter und bestehender Bausubstanz werden unterschiedliche Zertifizierungsansätze verfolgt. In den letzten Jahren wurden Bausubstanzen nach Minergie, LEED und bei denkmalgeschützter Bausubstanz nach GEAK zertifiziert.

Firmenmobilität
HIAG fördert die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und verzichtet bewusst auf einen Fuhrpark. Angestellte mit einem hohen Reisebedarf erhalten General- oder Halbtax-Abonnements. Zudem haben alle Mitarbeitenden Zugang zum Carsharing-Modell Mobility. Mitarbeitende, die häufig an verschiedenen Standorten tätig sind, erhalten eine mobile technische Ausrüstung. Die Mobilitätsplanung gehört auch grundsätzlich zu den Schwerpunkten der Arealentwicklung. HIAG unterstützt auf ihren Arealen nach Möglichkeit die Stationierung von Mobility- Fahrzeugen, wie zum Beispiel auf dem Kunzareal in Windisch. Weiter hat das Walzmühle-Areal in Frauenfeld im Dezember 2019 mit einer eigenen Bushaltestelle eine direkte Verbindung zum Bahnhof Frauenfeld erhalten.

Soziale Nachhaltigkeit

Qualität in Architektur und Städtebau
Arealentwicklung ist eine Kommunikationsaufgabe, bei der neben baurechtlichen und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen die Bedürfnisse von Politik, Denkmalschutz, bestehenden Nutzern, der lokalen Öffentlichkeit und gegebenenfalls Verbänden abzuwägen sind. Um die Interessenlagen zu moderieren, werden für städtebauliche Fragestellungen und Masterplanverfahren häufig geladene Wettbewerbe durchgeführt. In mindestens zweistufigen Prozessen und in Gremien, in denen die wichtigsten Stakeholder vertreten sind, werden anhand konkreter Beiträge Interessen moderiert. So kann HIAG ihre unternehmerische Vision für den Standort mit den Parteien abstimmen und gleichzeitig Vorschläge mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität in die Prozesse einfliessen lassen, insbesondere auch die Biodiversität. Pärke, in denen sich eine einzigartige Biodiversität entwickeln kann, gehören zur Stadtplanung. Rund um diese Pärke entsteht hochwertiger Lebensraum. Zum Beispiel wurde auf dem Campus «The Hive» in Meyrin ein Biotop mit eigener Flora und Fauna geschaffen. In fünf Bienenstöcken werden jährlich rund 70 kg Honig produziert. Die Bewohner können den Imkern bei der Arbeit mit ihren Bienen zuschauen. Der Verkauf des campuseigenen Honigs «The Hive» stärkt die Identifikation mit dem Standort und bietet Gelegenheit für individuelle Kontakte. Da HIAG langfristig Eigentümerin der Standorte ist, kann sie Ideen wie die Projekte auf dem Campus einbringen und damit die Entwicklung einer eigenständigen Arealidentität und eines lebendigen Quartierlebens massgeblich unterstützen.

Kooperationen mit Bildungsinstitutionen
HIAG pflegt den Austausch mit Bildungs- und Forschungsinstitutionen und unterstützt die Zusammenarbeit mit Hochschulen anhand konkreter Aufgabenstellungen im Rahmen der Arealentwicklung. Dies bietet Studenten die Möglichkeit, theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden. In den letzten Jahren konnten so Kooperationen mit der ETH Zürich im Studiengang Architektur, mit der Hochschule Luzern im Studiengang Innenarchitektur und mit der Fachhochschule Nordwestschweiz im Studiengang Elektro- und Umwelttechnik umgesetzt werden. Zudem unterstützt HIAG es, wenn sich Mitarbeitende an Hochschulen wie zum Beispiel der Universität Zürich oder der Hochschule Luzern als Gastdozenten für spezifische Fachthemen engagieren.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt
Kunden sind für HIAG alle direkten und indirekten Nutzer der Areale. Das schliesst die Kunden und Mitarbeitenden unserer Mieter und deren Ökosysteme ein. Bei langfristigen Entwicklungsprojekten nimmt HIAG die Perspektive zukünftiger Kunden ein. Die Erkenntnisse daraus führen zum Beispiel dazu, dass auch Liegenschaften, die initial nur durch einen Mieter belegt sind, konsequent auf Multi- Tenant-Eignung getrimmt werden. Auch haben sie Einfluss auf die Entwicklung verschiedener Dienstleistungen für das Quartier und bei der Schaffung identitätsstiftender Orte im Grünraum, beim Umgang mit historischer Bausubstanz und beim gezielten Einsatz von Kunst.

Partner des Werkplatzes Schweiz
Areale entwickeln heisst für HIAG auch, den Werkplatz Schweiz zu stärken. Zu den kommerziellen Mietern von HIAG zählen namhafte Grossunternehmen wie Amcor Flexibles Rorschach, Brugg Rohrsystem, Doka Schweiz, Hewlett Packard Enterprise, HP Inc., IWG / Regus, LEM, Media Markt, Migros oder Stadler Rail. HIAG legt grossen Wert auf enge Beziehungen zu den Ankermietern aus der Industrie. Dabei profitiert HIAG von der eigenen Kompetenz in der Entwicklung industrieller Strukturen, die auf der industriellen Vergangenheit von HIAG basiert. HIAG hat auch gute Erfahrungen damit gemacht, bei der Entwicklung der Areale das lokale Gewerbe zu berücksichtigen. Wo eine entsprechende Angebotsstruktur vorhanden ist, werden immer auch ortsansässige Anbieter zum Vergabeprozess eingeladen und können so Teil der Entwicklung am Standort werden. Auch die Bewirtschaftung der Standorte erfolgt meistens in Zusammenarbeit mit regional gut verankerten Dienstleistern oder mit eigenen Teams vor Ort.

Raum für Innovationen
HIAG entwickelt auf ihren Arealen gemeinsam mit den Nutzern Destinationen mit einer eigenen Identität, die es Menschen und Unternehmen erlaubt, sich am Ort langfristig zu entwickeln. Ein Beispiel bietet «The Hive Innovation Lab» in Meyrin, ein gemeinsam von Hewlett Packard Enterprise und HIAG entwickeltes Konzept, das ein flexibles und vernetztes Ökosystem geschaffen hat, das Startups attraktiven Raum für interdisziplinäre Kooperationen und Innovationen bietet.

HIAG-Verhaltenskodex

Der für alle Mitarbeitenden der HIAG verbindliche Verhaltenskodex beschreibt das Geschäftsverhalten und definiert die Leitlinien, die von allen Mitarbeitenden ohne Ausnahmen und Einschränkungen zu respektieren und mitzutragen sind. Das eigenverantwortliche Einhalten ethischer Standards und das strikte Befolgen aller für das Unternehmen relevanten Gesetze bilden die Basis allen unternehmerischen Handelns. Der Verhaltenskodex kann im PDF-Format bezogen werden unter: Verhaltenskodex.pdf

UN-Nachhaltigkeitsziele

Die Zusammenführung der Werte von HIAG mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zeigt sich auch in den in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) formulierten Nachhaltigkeitszielen, an denen sich HIAG orientiert. So können die Areale der HIAG Mittelpunkt sinnstiftender unternehmerischer Initiativen werden und als Rahmen für eine technologiebasierte Renaissance dienen: Infrastruktur, Innovationskraft und Produktionskapazität schaffen Lösungen für künftige Generationen.