Nachhaltigkeit

Im Zentrum der Arealentwicklung von HIAG steht eine nachhaltige Wertschöpfung. Als langfristige Eigentümerin der Areale gestaltet HIAG Quartiere an Schnittstellen wichtiger Verkehrswege. Sie stellt sich als Aufgabe, die Identität und die Seele eines Standorts so zu verstehen und umzusetzen, dass sie als Kern des Quartiers erhalten bleiben und ein sorgfältiger Umgang mit dem Lebensraum künftiger Generationen gewährleistet ist. Damit leistet HIAG einen wirksamen Beitrag, dem Zersiedlungsdruck entgegenzuwirken.

Die vierte industrielle Revolution hat einen beispiellosen globalen Wandel ausgelöst. Für HIAG und für die Schweiz bietet dieser Transformationsprozess einzigartige Chancen, den Rahmen für einen Prozess mitzugestalten, der wie im frühen 17. Jahrhundert mit der Arbeitsteilung begann und im Zusammentreffen der besten Denker der Aufklärung zu einem enormen Innovationsschub führte. Die grosse Wirtschaftskraft, die politische Stabilität und die touristische Anziehungskraft der Schweiz bieten für HIAG die Möglichkeit, sich mit ihren Arealen in Initiativen und Projekten mit globaler Ausstrahlung zu engagieren.

Die Zusammenführung der Werte von HIAG mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zeigt sich auch in den in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitszielen, an denen sich HIAG orientiert. So können die Areale der HIAG Mittelpunkte sinnstiftender unternehmerischer Initiativen werden und als Rahmen für eine technologiebasierte Renaissance dienen: Infrastruktur, Innovationskraft und Produktionskapazität schaffen Lösungen für künftige Generationen. HIAG

Ökologische Nachhaltigkeit

Wasserkraft
Einige Standorte von HIAG befinden sich an Flussläufen und verfügen über Kraftwerke, die für die ehemaligen Industriebetriebe wichtige Energielieferanten waren. Aufgrund der Einbindung in die Arealstrukturen hat HIAG Betrieb und Unterhalt der Anlagen nach und nach selbst übernommen und die Kraftwerke in den letzten Jahren instand gesetzt und modernisiert. Sie werden heute an drei Standorten im Zürcher Oberland, in Biberist sowie in Diesbach wieder zur Stromproduktion genutzt. 2018 erzeugten fünf Kleinwasserkraftwerke mit einer installierten Leistung von rund 2 MW insgesamt rund 5’670’961 kWh Strom aus erneuerbaren Energien, was dem durchschnittlichen Jahresbedarf von ca. 1’400 Wohnungen entspricht. Die Leistung in Diesbach entsprach in 2018 lediglich 8.5 Monaten, weil die Turbine in Diesbach nach einem Ermüdungsbruch längere Zeit ausfiel. Und als Folge des heissen Sommers mit entsprechend tiefen Pegelständen produzierten die Kraftwerke in Biberist (SO), Schönau (ZH), Floos (ZH) und Oberaathal (ZH) in den Sommermonaten 2018 nur reduziert oder standen still.

Jahresproduktion Wasserkraft in kWh

Im Aathal (ZH) ist das Thema Wasserkraft auch für den Kanton Zürich und den Denkmalschutz von Bedeutung. Drei von zwölf Kraftwerken aus der sogenannten Wasserkraftwerkskette, die sich durch diese Region zieht, sollen auf Grundlage eines von HIAG entworfenen Konzepts mittelfristig Sanierungssubventionen des Kantons erhalten. So werden diese geschützten Energielieferanten nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erhalten und HIAG wird in der Lage sein, die drei Wasserkraftwerke im Aathal wirtschaftlich und langfristig zu betreiben.

Photovoltaik
Auf dem Dach des ehemaligen Rekrutierungszentrums im Kunzareal installierte HIAG eine der grössten Photovoltaikanlagen der Region Brugg-Windisch mit einer Stromproduktion von 149 MWh aus 794 Modulen mit einer Fläche von 1’300 m2. Die damit seit 2013 insgesamt eingesparten CO2-Emissionen belaufen sich per Ende 2018 auf ca. 573 Tonnen CO2.

Bei Neubauten prüft HIAG grundsätzlich, ob sich die Dachflächen für den Einsatz von Photovoltaik eignen und die produzierte Energie lokal verbraucht oder gespeichert werden kann.

Jahresproduktion Photovoltaik in MWh

Energetische Standards
Bei der Realisierung von Wohnprojekten achtet HIAG auf einen schonenden Umgang mit Ressourcen und ist bestrebt, die Energiebilanz unter Einbezug der Bedürfnisse der künftigen Bewohner über den Gesamtnutzungszyklus zu optimieren. Je nach Ausgangslage hinsichtlich Nutzung, Ankermieter und bestehender Bausubstanz werden unterschiedliche Zertifizierungsansätze verfolgt. In den letzten Jahren wurden Bausubstanzen nach Minergie, LEED und bei denkmalgeschützter Bausubstanz nach GEAK zertifiziert.

Firmenmobilität
HIAG fördert die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und verzichtet bewusst auf einen Fuhrpark für ihre Mitarbeitenden. Angestellte mit einem hohen Reisebedarf erhalten General- oder Halbtax-Abonnements. Zudem haben alle Mitarbeitenden Zugang zum Carsharing-Modell Mobility und Mitarbeitenden, die häufig mit dem Zug reisen oder an verschiedenen Standorten tätig sind, erhalten eine mobile technische Ausrüstung. Weiter unterstützt HIAG nach Möglichkeit auf ihren Arealen die Stationierung von Mobility-Fahrzeugen.

Soziale Nachhaltigkeit

Qualität in Architektur und Städtebau
Arealentwicklung ist eine intensive Kommunikationsaufgabe, in der neben baurechtlichen und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen die Bedürfnisse von Politik, Denkmalschutz, bestehenden Nutzern, der lokalen Öffentlichkeit und gegebenenfalls Verbänden abzuwägen sind. Um die komplexen Interessenslagen zu moderieren, werden für städtebauliche Fragestellungen und Masterplanverfahren häufig geladene Wettbewerbsverfahren durchgeführt. In mindestens zweistufigen Prozessen und in Gremien, in denen die wichtigsten Stakeholder vertreten sind, werden anhand konkreter Beiträge Interessen erkannt und moderiert. So kann HIAG ihre unternehmerische Vision für den Standort mit den involvierten Parteien abstimmen und gleichzeitig Vorschläge mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität in die Prozesse einfliessen lassen. Da HIAG langfristig Eigentümerin der Areale bleibt, können sehr früh auch betriebsstrategische Aspekte eingebracht werden. Das unterstützt massgeblich die Entwicklung einer eigenständigen Identität der Areale und eines lebendigen Quartierlebens.

Kooperationen mit Bildungsinstitutionen
HIAG pflegt den Austausch mit Bildungs- und Forschungsinstitutionen und unterstützt die Zusammenarbeit mit Hochschulen an konkreten Aufgabenstellungen im Rahmen der Arealentwicklung. Dies bietet Studenten die Möglichkeit, theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden. In den letzten Jahren konnten so Kooperationen mit der ETH Zürich im Studiengang Architektur, mit der Hochschule Luzern im Studiengang Innenarchitektur und mit der Fachhochschule Nordwestschweiz im Studiengang Elektro- und Umwelttechnik umgesetzt werden. Zudem unterstützt HIAG, wenn sich Mitarbeitende an Hochschulen wie zum Beispiel an der Universität Zürich oder an der Hochschule Luzern als Gastdozenten zu spezifischen Fachthemen engagieren.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt
Kunden sind für HIAG alle direkten und indirekten Nutzer der Areale. Das schliesst die Kunden und Mitarbeitende unserer Mieter und deren Ökosysteme ein. Bei langfristigen Entwicklungsprojekten nimmt HIAG die Perspektive zukünftiger Kunden ein. Die Erkenntnisse daraus führen zum Beispiel dazu, dass auch Liegenschaften, die initial nur durch einen Mieter belegt sind, konsequent auf Multitenantfähigkeit getrimmt werden. Auch haben sie Einfluss auf die Entwicklung verschiedener Dienstleistungen für das Quartier und bei der Schaffung identitätsstiftender Orte im Grünraum, beim Umgang mit historischer Bausubstanz und beim gezielten Einsatz von Kunst.

Partner des Werkplatzes Schweiz
Areale entwickeln heisst für HIAG auch, den Werkplatz Schweiz stärken. Zu den kommerziellen Mietern von HIAG zählen namhafte Grossunternehmen wie ABB, Brugg Rohrsysteme, Doka Schweiz, Hewlett Packard Enterprise, HP Inc., Media Markt, Jeld-Wen oder Stadler Rail. HIAG legt grossen Wert auf enge Beziehungen zu den Ankermietern aus der Industrie. Dabei profitiert HIAG von der eigenen Kompetenz in der Entwicklung industrieller Strukturen, die auf der industriellen Vergangenheit von HIAG basiert.

HIAG hat auch gute Erfahrungen gemacht, bei der Entwicklung der Areale das lokale Gewerbe zu berücksichtigen. Wo eine entsprechende Angebotsstruktur vorhanden ist, werden immer auch lokale Anbieter in den Vergabeprozess eingeladen und können so Teil der lokalen Entwicklung werden. Auch die Bewirtschaftung der Standorte erfolgt meistens in Zusammenarbeit mit lokal gut verankerten Dienstleistern oder mit eigenen Teams vor Ort.

Papieri-Areal Biberist

HIAG nutzt digitales Unternehmertum als Hebel in der Standort­entwicklung
Die Arbeit in der Papierfabrik Biberist hat den Standort geprägt. Beeindruckende Strukturen sind Zeugen dieses vergangenen Nutzungszyklus. Mit dem Rückbau der Papiermaschinen und der Nutzbarmachung der Flächen wird der Weg frei, das grosse Potenzial dieses Industrieareals und die Leistungsfähigkeit der HIAG Data Infrastrukturen zu bündeln.

Heute gründen und skalieren Start-ups am Standort Biberist grenzüberschreitende Geschäftsmodelle der vierten industriellen Revolution, die auf der Schaffung von immateriellen Werten, geistigem Eigentum, digitalen Schwarmbewegungen und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen aufbauen. Aktuell wird erst 1% der Gebäudefläche so genutzt. Unter den innovativen Start-ups befinden sich ein Unternehmen, das 3-D-PrintingLösungen für Anwendungen im Spitzensport, in der Mobilität und zur Sicherstellung sauberen Trinkwassers in Drittweltländern produziert, ein eSports-Leistungszentrum mit einem Veranstaltungsort für eSports-Turniere sowie cloudgestützten High-End-Simulatoren für den Rennsport. Global ausgerichteten Unternehmen bietet der Standort mit der Ansiedlung des Logistikunternehmens Sieber Transport auf dem Areal eine nahtlose Anbindung an eine leistungsfähige internationale Versorgungskette.

HIAG hat den Standort Biberist somit als Destination für Start-ups positioniert, die ihre Geschäftsmodelle auf neuen Technologien aufbauen, zu denen unter anderem auch Big Data, maschinelles Lernen, Datensicherheit und hochleistungsfähige Netzanbindungen zählen. Diese Fortschritte, die operative Dateninfrastruktur und die geplanten baulichen Massnahmen stehen mit sechs der 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen in Einklang. 

Legler-Areal Diesbach

Pioniere der industriellen Entwicklung
Im Leglerareal schraubten Pioniere der letzten industriellen Revolution einst die ersten Glühbirnen ein, nahmen eines der ersten Wasserkraftwerke der Schweiz in Betrieb und versorgten ganz Europa mit Jeansstoffen. HIAG hat an diesem Standort Alpine Co-Working als Partner gewählt, um das Areal zu einem Rückzugsort zu machen, der Teams von grossen Konzernen und Organisationen Raum zum Umdenken und Neuerfinden ihrer Geschäftsmodelle bietet, damit die Unternehmen den Herausforderungen der digitalen Wirtschaft und der vierten industriellen Revolution gerecht werden.

Das Projekt auf dem Leglerareal wird die Nachfrage von etablierten Unternehmen bedienen, die für Retreats bis anhin auf Boutiquehotels und Spa-Resorts zurückgegriffen oder gar ihre eigenen Resorts geschaffen haben. Die bevorstehende Umnutzung entspricht diesem stark wachsenden Trend. Neben Räumen für Workshops und Veranstaltungen wird der Standort über ein angemessenes Unterkunftsund Verpflegungsangebot verfügen und sich für Unternehmensund Familienanlässe mit bis zu 150 Gästen eignen. Gleichzeitig wird es zu einem «Alpine Hub» für die digitalen Nomaden unserer Zeit.

HIAG verbindet mit dieser Strategie die Kernwerte der Nachhaltigkeit mit der Investition in historisch wertvolle Bausubstanz, aktiviert das lokale Gewerbe, unterstützt die Entwicklung der ganzen Region und berücksichtigt sieben Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (vgl. Tabelle).