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Papieri-Areal Biberist

Das Infrastrukturangebot wächst
Das Papieri-Areal in Biberist kann seit der Akquisition 2012 eine positive Bilanz ausweisen: Seit der Schliessung des Industriebetriebs wurden rund 120 Arbeitsplätze angesiedelt, der Liegenschaftsertrag beträgt zwischenzeitlich ca. drei Millionen Schweizer Franken pro Jahr und das Areal hat sich als Ankerstandort für die Cloud-Infrastruktur der HIAG Data etabliert. In 2017 ist zudem die Zonenplanrevision als wesentliche Grundlage für die erste Entwicklungsetappe weit vorangeschritten.

Im Jahr 2017 wurde die Zonenplanrevision sowie die damit einhergehende Erschliessungsplanung von HIAG und der Gemeinde massgeblich vorangetrieben, mit dem Ziel den 2015 fertiggestellten Masterplan für die Entwicklung des Papieri-Areals rechtsgültig umzusetzen. Der revidierte Zonenplan und das entsprechende Zonenreglement sollen bereits Anfang 2018 bei den Behörden für die kantonale Vorprüfung eingereicht werden. Damit stehen eine Genehmigung sowie die Rechtskraft der Zonenplanrevision im Herbst 2018 in Aussicht. Auf Basis dieser rechtsverbindlichen Grundlage kann dann die Vision für die Entwicklung des Areals in Etappen umgesetzt werden. Im Rahmen der ersten Etappe werden insbesondere die Öffnung und Transformation des Areals sowie die Verkehrserschliessung gemeinsam mit Gemeinde und Kanton im Fokus stehen.

Bisherige Erfolge als Grundlage
Die künftigen Entwicklungsschritte werden auf dem bisher Erreichten aufbauen. Seitdem das Areal im Jahr 2012 in den Besitz von HIAG überging, konnten ein Dutzend Unternehmen angesiedelt werden. Zusammen beschäftigen die Mieter rund 120 Personen am Standort, was etwa 25% des einstigen Personalstands zu Zeiten der Papierherstellung entspricht. Auch in ökonomischer Hinsicht ist die Bilanz für das Areal bemerkenswert: Die angesiedelten Unternehmen brachten in 2017 ca. 3 Millionen Schweizer Franken Liegenschaftsertrag ein. Das entspricht ca. 6% des Gesamtliegenschaftsertrags von HIAG. Beachtlich ist dabei auch, dass dieser Mietertrag auf gerade einmal 15% der auf dem Areal bestehenden Nutzflächen erwirtschaftet wird. Um die Orientierung bei der gewachsenen Nutzeranzahl sicherzustellen, wurde 2017 eine attraktive Signaletik angebracht, die eine schnelle Anlieferung ermöglicht und zugleich den Auftritt des Areals auffrischt.

Papiermaschine «PM9» geht auf Reisen
Ein wichtiger Erfolg konnte im Jahr 2017 mit dem Verkauf der Papiermaschine «PM9» verzeichnet werden. Mit der Demontage wurde bereits im Oktober begonnen. Die Arbeiten sollen im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Bis dahin demontieren und transportieren 50 Personen ca. 8’000 Tonnen Anlagen. Die mit 22 Jahren als jung eingestufte Maschine wird in Osteuropa umgebaut und für die Produktion von Verpackungsmaterial wieder in Betrieb genommen. Auch für die zwei weiteren Papiermaschinen «PM8» und «PM6» sind Verkaufsgespräche im Gange. «Die durch den Verkauf der «PM9» frei gewordenen Flächen eröffnen neue Möglichkeiten in der Vermarktung», erklärt Michele Muccioli, der für die Entwicklung des Areals zuständig ist. Nach dem Abbau der Maschine wird eine rund 15’000 m2 grosse Hallenfläche frei werden, die dann einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. Sollten nach einem potenziellen Verkauf auch die Flächen der «PM8» zur Verfügung stehen, kann eine neue Nutzung auf über 25’000 m2 ausgeweitet werden. «Dies würde weitere Planungsmöglichkeiten eröffnen und wäre für einen potenziellen Grossnutzer daher sehr attraktiv», meint Muccioli. Ein industrieller Nutzer könnte neben idealen Flächenbedingungen auch von der energetischen Infrastruktur auf dem Areal und von der durch HIAG Data neu errichteten Cloud-Infrastruktur profitieren, zu der künftig direkt vor Ort eine Anbindung und Zugang besteht.

Papieri-Areal Biberist
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Arealfläche:
791’000 m²
Nutzfläche:
312’000 m²
Projektstatus:
  • Akquisition
  • Planung
  • Realisierung
  • Bezug
Zuständiger Arealentwickler:
Michele Muccioli
Nachhaltigkeit:
  • Nutzung und Erhalt des Wasserkraftwerks auf dem Areal
  • Nachhaltige Masterplanung berücksichtigt Im Lauf der Zwischennutzungsphase gewachsene Nutzungen und Strukturen
  • Erhalt von «grauer Energie» durch Umnutzung von Bestand
  • Renaturierung und Sanierung der Emme durch den Kanton

Digitale Erschliessung als Standortfaktor
Für das Gebäude «Walzenhalle» ist ein Rechenzentrum in Planung, das von ausschliesslich HIAG Data genutzt werden wird. Auf die Energieffizienz und den Einsatz neuester Technologien wird dabei besonders Wert gelegt. So kommt eine adiabatische Kühlung, die mit Grundwasser betrieben wird, zum Einsatz, was den Verzicht auf konventionelle Kühlmaschinen ermöglicht. Insgesamt soll in einer ersten Etappe ein Megawatt IT-Leistung zur Verfügung stehen. Im Falle eines Vollausbaus können damit etwa 90 Racks mit ca. 1’260 Servern betrieben werden. Der PUE-Wert, der angibt, wie die im Rechenzentrum verbrauchte Energie im Verhältnis zur Energieaufnahme der Geräte steht, wird bei 1.2 liegen, was einer sehr hohen Effizienz entspricht. Der Durchschnitt von in der Schweiz bestehenden Rechenzentren liegt bei ca. 1.65. Ein eingebauter Photovoltaik-Anschluss eröffnet die Möglichkeit zur Nutzung von Solarenergie. Baulich wird primär die Aussenhülle verstärkt und eine Infrastruktur mit Zwischenboden eingesetzt. Die Fertigstellung ist für das erste Semester 2019 geplant. Für Betrieb und Wartung des Rechenzentrums ist das Team der HIAG Data verantwortlich, die seit Mitte Jahr ihre Zentrale im ehemaligen Verwaltungsgebäude auf 230 m2 für bis zu 15 Mitarbeitern aufgebaut hat. Dort befindet sich zudem das Demolab, das als Testumgebung für die Entwicklung der Technologien dient. Auch die Glasfasererschliessung des Areals an das private Glasfasernetz der HIAG Data ist 2017 bereits erfolgt. Die für Industriebetriebe aussergewöhnlich attraktive Infrastruktur auf dem Areal – bestehend aus Wasserkraftwerk, Dampf, Grundwasser, Gas und Gleisen –, wird so künftig durch HIAG Data um eine Cloud-Infrastruktur erweitert. Dies sei hilfreich bei der Vermarktung, meint Michele Muccioli, denn «Biberist ist das erste digital erschlossene Areal in unserem Portfolio und bietet den Mietern die Chance, von der Digitalisierung zu profitieren».